Gedichte - Selbsthilfegruppe Niere im Vorharz e. V.

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Der Verein
Die vier Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben.
Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott
nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“

Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.

„Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
„Aber, aber, Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“
Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

Hurra, im Kalender ist Winterzeit,

der Kies und der Schneeschieber stehen bereit.
Die Spatzen vom Dach tschilpen: "Wo ist das Futter?"
"Wo ist eigentlich mein Schlitten?" ruft Peter zur Mutter.

Und der Wind fegt die Wolken, er wirbelt ums Haus,
der Himmel sieht trübe und düster aus.
Doch plötzlich, wer hätte das gedacht,
steht da ein Schneemann über Nacht.

Ganz aufgeregt fliegen die Spatzen vorbei.
Ein Zwitschern, ein Tschilpen, ein Piepen, ein Schrei.
auch die Katze schleicht sich nur zögernd vorbei.

Ein Schneemann, der leuchtet, haben sie noch nie gesehen.
Ein Schneemann aus Plastik und trotzdem sehr schön.
Man kann ihn vom Fenster aus sehr gut sehen.

Er steht im Mondschein und man glaubt es kaum,
eine echte Schneemannfrau erscheint ihm im Traum.
Und plötzlich ganz leise, eh man es gedacht,
fallen die ersten Flocken bei Nacht.

Nun erstrahlt er noch heller unterm Tannenbaum
und hofft, es wird wahr werden, sein Schneemannstraum.

 
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